
Das seit langem fieberhaft erwartete Aufeinandertreffen der zwei Kontrahenten beim 33. America´s Cup in Valencia wurde durch wechselnde und zu schwache Winde verhindert. Um ein, für alle faires Rennen zu gewährleisten zu können wird der nächst Starttermin auf Mittwoch den 10. Februar angesetzt.
Eine Kaltfront in Kombination mit wenig, dafür wechselndem Wind hat dem Start des ersten Rennens um den America´s Cup einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Rennleitung entschied sich nach mehreren Stunden des wartens auf Wetterbesserung und einer Verlegung der Regattastrecke für einen Abbruch. Eine Entscheidung die sowohl von den Meteorologen als auch den Crews der beiden Teams akzeptiert wurde und für eindeutig richtig angesehen wird. Die Wetterspezialisten der beiden Teams sind sich einig, dass die Wetterverhältnisse in dem Revier zu dieser Jahreszeit zu erwarten waren und arbeiten fieberhaft an exakten Prognosen für die kommenden Tage.

Jack Katzfey, Alinghis Teammeteorologe analysiert die Situation „Vor der Kaltfront war ein schwaches südliches Gefälle mit vielen Wolken und einigen Regenschauern. Die Berge in Valencia unterbrachen die Winde und machten die Bildung eines konstanten Windflusses unmöglich. Es war klar, dass der Wind abnehmen würde, aber er nahm sehr stark ab.“ Alinghi Navigator Juan Vila ergänzt „Es hatte sehr wenig Wind. Wir hatten einige Böen mit bis zu 6 Knoten, aber die waren nicht von Dauer. Auch die Windrichtung war sehr wechselhaft; meist kam der Wind von Westen, aber er war nicht zuverlässig genug für ein faires Rennen. Die Prognose sah nicht gut aus, als der Wind so wechselhaft wurde, und die Entscheidung, heute nicht zu segeln, war richtig. Wir wussten, dass die Bedingungen hier so sein würden. Wir können nicht damit rechnen, dass wir jeden Tag perfektes Rennwetter haben“.

Sein amerikanischer Berufskollege aus dem BMW ORACLE Team, Racing Meteorologe Chris Bedford sieht die Lage ähnlich "Weit draußen hatten wir es mit einer Brise aus südlicher Richtung zu tun, die sich ab und an im Startbereich bemerkbar machte. In Küstennähe hingegen wehte am Nachmittag meist ein Westwind. An der Luvtonne wurden zeitweise sogar 14 Knoten gemessen. Es gab also ein Windsystem, das auf den Regattakurs drängte, aber weil die beiden Winde aufeinander trafen, resultierte daraus keine ausreichende Brise auf der gesamten Streckenlänge von 20 Meilen. Die Wettfahrtleitung hat alles richtig gemacht. Ich gehe davon aus, dass wir am Mittwoch mit Dünung entlang der Küste aus Nordost rechnen müssen“ meint Bedford. "Es sieht danach aus, dass am Mittwoch abnehmender Nordwestwind herrscht, der sich mit ein bisschen Glück nachmittags zu einer Art Seebrise entwickeln könnte. Dafür drücken wir die Daumen."
Bilder: Guido Trombetta / Alinghi
Gilles Martin-Raget / BMW ORACLE
