
Die 16jährige Schülerin Jessica Watson hat auf ihrer Rekordfahrt um die Welt wieder ordentlichen Wind, der sie nicht nur über den Nullmeridian getragen hat, sondern auch der nächsten großen Herausforderung näher bringt: Der Umrundung der Südspitze Afrikas.
Die 16jährige Jessica: „Kurz nachdem ich mich zuletzt über totale Flaute beklagt habe, ging es endlich wieder los. 30 Knoten beständiger Wind brachten uns wie im Flug mit optimalem SE-Kurs über den Nullmeridian und auf die östliche Halbkugel“. Hier macht sie eine Bestandsaufnahme des Zustandes ihrer PINK LADY.
Jesse: „Der Kurs ist zwar direkt dorthin angelegt, wo ich hin muss, um das vor uns liegende Kap der Guten Hoffnung zu runden. Südost also. Besonders begeistert bin ich von dem darin enthaltenen „Süd“ aber nicht. Zu sehr habe ich mich in den vergangenen paar Wochen an die angenehmen 26 Grad gewöhnt. Aber was soll’s, wenn ich heim will, dann muss ich eben wieder in das kalte Wasser im Südozean“.
Dann beschreibt die 16jährige Schülerin den Zustand ihrer 34 Fuß kleinen Sparkman & Stephens Yacht PINK LADY: „Sie sieht insgesamt ziemlich gut aus. Na, wie würdet ihr euch fühlen, nach fast vier Monaten harter Arbeit ohne freien Tag? Der im Sturm verbogene Targa-Bügel, ein paar weitere Kampfwunden und einige Rostflecken an Deck geben ihr einen wettergegerbten Eindruck. Aber Rigg, Segel und alles andere sieht schon noch sehr gut aus. Bis auf ein paar unvermeidliche Schamfielstellen“.
„Parker, meine Windfahnensteuerung, hat von einer der Kenterungen einen leichten Knick bekommen, arbeitet aber immer noch brav, obwohl seine Leinen jetzt scheuern und meine ständige Aufmerksamkeit brauchen. Mein kleiner Yanmar Motor hat seine Qualität bewiesen und mich kein einziges Mal im Stich gelassen, wenn ich ihn – natürlich ausgekuppelt – zum zusätzlichen Batterieladen starte. Nur den Keilriemen musste ich ein paar Mal nach spannen, die Stopfbuchse warten und nach der 180-Grad-Kenterung Wasser aus dem Dieseltank abfiltern. Das verbogene Steuerbord-Sonnenpaneel hat seine Arbeit eingestellt, aber die anderen Sonnenkollektoren und der Windgenerator arbeiten nach wie vor toll. Außerdem habe ich noch genug Diesel an Bord“.
“Frischwasser brauche ich nur zum Kochen und Trinken, da reichen neben den Säften zwei Liter am Tag. Ich habe noch genug bis nach Hause, darf es aber nicht verschwenden. Die meiste Elektronik hat sich gut gegen Feuchtigkeit und Nässe gehalten. Mein Toughbook Laptop hat sich mehr als ‚tough‘ (=robust) erwiesen – trotz einer Menge Salzwasser und schlechter Behandlung. Und das Petroleum für meinen Kocher reicht locker noch für drei weitere Weltumsegelungen. Und der Skipper, wie geht’s dem überhaupt? Ihr Haar ist ziemlich gewachsen und soweit ich das beurteilen kann, ist sie gesund und munter wie immer. Obwohl ich glaube, dass meine Beine dünner geworden sind, obwohl ich täglich Übungen mache. Naja, ich werde eben unmittelbar nach meiner Ankunft an keinem Marathon teilnehmen.
Bei all der großartigen Seemannschaft, die Jessica zeigt, ist sie doch noch das kleine Schulmädchen geblieben. Für ein aktuelles Foto hat sie ihre Stofftier-Crew im Cockpit platziert. Hier das Bild:

Hier geht es zu Jessicas aktueller Position