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Jessica: Warum ich das alles überhaupt mache! NEUE FOTOS

People | 23.02.2010 - 11:27:27

Jessica Watson ist Schülerin, 16 Jahre alt, und segelt allein und nonstop mit einer nur 34 Fuß kleinen Sparkman & Stephens Yacht PINK LADY um die Welt. Das gefürchtete Kap Horn hat sie bereits gemeistert. Jetzt ist sie unmittelbar davor, Südafrika zu umrunden. Hier erzählt sie, warum sie das alles überhaupt macht.

 

 

 
 
Jessica schreibt von Bord: „Ich bin nur noch wenige Stunden davon entfernt, unter Cape Agulhas Südafrikas unterstes Ende zu passieren. Der Wind hat etwas nachgelassen und damit leider auch die tolle Geschwindigkeit, die wir in den vergangenen Tagen gesegelt sind. Aber immer noch bewegen wir uns schön in der richtigen Richtung und zum ersten Mal seit einer Woche ist es wieder warm und sonnig. Nach der langen Zeit mit Nebel und grauem Himmel ist das besonders schön. Über uns liegt ein ausgedehntes Hoch, das bedeutet ruhiges Segeln. Ich hoffe, nicht zu ruhig.
 
Ich habe jetzt mehr als die Hälfte meiner geplanten Reise zurückgelegt. Zeit für eine kleine Bilanz: Was tue ich überhaupt alleine hier draußen? Haben sich meine Erwartungen erfüllt?
Zuerst war alles nur ein Traum. Der Traum, um die Welt zu segeln. Neugierde. Weniger die Aktion, die Spannung, die Gefahr, das Adrenalin, sondern die Logistik, alles, selbst die kleinsten Kleinigkeiten minutiös zu planen und das Risiko zu minimieren. Ich wollte mich selbst herausfordern und etwas erreichen, worauf ich stolz sein kann. Und ich wollte anregen. Ich hasse es, dass so viele Träume niemals mehr werden, als was sie sind – Träume.
Jetzt, auf See, allein mit meinen Gedanken, weiß ich, dass ein wesentlicher Teil meines Unternehmens der ist, einfach Spaß zu haben, mich zu freuen und das Beste aus jedem Tag zu machen. Und die nächste erstaunliche Erkenntnis ist, dass alles nicht länger nur mein Traum ist.
 
 
 
Würde ich jetzt sagen, ich mache das alles nicht, um etwas zu beweisen, wäre das gelogen. Ich habe mit meiner Familie sechs Jahre auf einem Schiff gelebt. Wir waren immer an der Ostküste Australiens unterwegs und in allen möglichen Marinas. Da ist es ganz normal, dass man Beim Anlegen hilft, wenn ein anderes Schiff ankommt. Es ist mir da zumeist passiert, dass mein Angebot, die Leinen anzunehmen, vom jeweiligen Skipper ganz einfach ignoriert wurde. Ich bin ja nur „ein kleines Mädchen“. Ich fand das unglaublich frustrierend, wußte ich doch, dass ich das bestimmt genauso gut konnte, wie der gestandene Mann neben mir, dem schließlich die Leinen zugeworfen wurden. Ich hasste es, nach meiner Erscheinung beurteilt zu werden und danach, was andere Menschen glaubten, wozu „ein kleines Mädchen“ fähig oder eben nicht fähig wäre.
 
Ja, auch das ist ein Grund: Zu zeigen, dass wir nicht nur nach dem Äußeren und unseren eigenen Erwartungen urteilen sollen. Ich möchte der Welt zeigen, wozu „kleine Mädchen“ und junge Menschen überhaupt fähig sind!
In diesem Sinne, viele Grüße von Bord der PINK LADY, Jesse.”
 

 


 

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