Österreichs Segler nehmen Kurs auf Hyeres | Regatta | 22.04.2010 - 04:18:14

Ab kommenden Sonntag setzen beim 42. Semaine Olympique Francaise, dem Frankreich Weltcup, vom 25. bis 30. April 2010 über 1000 Segler aus 56 Nationen an der Cote d´Azur die Segel. Österreichs Asse wollen vor Hyeres für positiven Gesprächsstoff sorgen und mit drei Booten ins Medal Race einziehen.

Nico Delle Karth und Niko Resch strotzen vor Tatendrang und Selbstvertrauen, was zum einen an den bis dato tadellosen Weltcup-Leistungen und zum anderen an der perfekten Vorbereitung auf die Hyeres-Regatta liegt. In Miami zweite und vor der Ballermannmeile auf Rang fünf, wollen die EM-Dritten von 2009 auch diesmal ins Rampenlicht. „Wir haben unter der Anleitung von Georg Fundak zuletzt hervorragend trainiert und fühlen uns bestens in Schuss“, sagt Resch der mit Steuermann Delle Karth die Top5 anpeilt.
Fundak, in Sydney und Athen für drei Olympiasiege und eine Silbermedaille verantwortlich, ist in seiner Funktion als OeSV-Sportdirektor wieder verstärkt in seinem Element und demnach vermehrt auf dem Wasser zu finden. Gemeinsam mit Peter Krimbacher und Iwan Bujala für das Coaching vor Hyeres verantwortlich, hofft der 56-Jährige auf drei Top 10 Plätze. „Im 49er, Laser und 470er sind wir mit der Weltspitze auf Augenhöhe, jetzt geht es darum, sich bis zu den Weymouth-Spielen Vorteile zu erwirtschaften.“ Auch Rio 2016 und eine entsprechend intensive Nachwuchsarbeit haben für Fundak und den Verband oberste Priorität.
Für Matthias Schmid und Florian Reichstädter war Spanien nicht wirklich keine Reise wert, umso massiver ist die Vorfreude auf Hyeres, wo die Weltranglisten-Fünften wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren wollen. Beim Palma-Weltcup nach einem Materialschaden gleich von Beginn weg
angezählt, musste das Duo in Folge riskantere Linien segeln, kam aber nie wirklich ins Fahren. Die Moral hat aufgrund der Spanien-Pleite nicht gelitten, das Thema ist abgehakt. „In Miami hatten wir mit Verletzungen zu raufen, in Palma Schwierigkeiten mit dem Material, das Segeln haben wir aber unter Garantie nicht verlernt“, so Schmid, der auf einen soliden Beginn und das notwendige Rennglück hofft. Mit einem weicheren Schwert wollen die beiden 30-Jährigen bei Leichtwind zusätzliche Meter gewinnen, „aber unabhängig der Bedingungen muss das Erreichen der Medal Race Entscheidung unser Ziel sein.“
Andreas Geritzer, ebenfalls seit Montag vor Ort, will an die seglerische Darbietung von Palma anknüpfen aber ohne Frühstart bleiben. Beim Spanien-Weltcup wurde der Neusiedler gleich zweimal disqualifiziert, bei nur einer Streichmöglichkeit doppelt bitter. Ein 15. Rang lässt erahnen was möglich gewesen wäre. „Ich möchte meine gute Form schwarz auf weiß bestätigt sehen und hoffe auf ein entsprechend positives Ergebnis“, so der zweifache Familienvater, der es mit 149 Gegnern zu tun bekommt. „Es hätten weit mehr sein können, aufgrund der enormen Nachfrage hat es aber erstmals nationale Ausscheidungen gegeben“, weiß Geritzer, der hofft, dass die Überseenationen rechtzeitig vor Ort sind. „Die Anreisepläne sind durch den gesperrten Luftraum ordentlich durcheinander gekommen, einige meiner Sparringpartner sitzen noch immer fest.“
Thomas Zajac und Thomas Czajka haben in ihrer ersten 49er Saison bereits mehrfach aufzeigen können. Bei Leichtwind haben die Tornado-Umsteiger bereits den Anschluss an die Weltspitze gemeistert, wie ein überlegener Wettfahrtsieg beim Spanien-Weltcup belegt. „Je stärker der Wind, umso mehr sind wir
gefordert, aber generell sind wir mit unserer Entwicklung sehr zufrieden.“ Auch David Bargehr und Lukas Mähr konnten in ihrer ersten Weltcupsaison bereits Etappenerfolge einsegeln, vor Hyeres soll wieder der eine oder andere Ausreißer nach vorne gelingen. „Die Jungen haben eine tadellose Einstellung zum Spitzensport und ihr Talent mehrfach unter Beweis gestellt“, lobt Fundak, der von einer viel versprechenden Entwicklung spricht, aber zugleich die Euphoriebremse betätigt. „Der Weg in die absolute Weltspitze ist sehr steinig und erfordert Geduld.“Quelle und Bilder Dominic Marsano
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