
Ocean | 28.04.2010 - 04:31:16

Ein Forscherteam aus Japan hat im südlichen Polarmeer eine bisher unbekannte Meeresströmung entdeckt, die eine gigantische Wassermasse von acht Millionen Kubikmetern kalten Wassers pro Sekunde in Richtung Norden befördert. Nun können Klimaforscher diese Entdeckung in ihre aktuellen Prognosen mit einbeziehen.
Bei der neu entdeckten Meeresströmung, die das japanische Wissenschaftlerteam um Yasushi Fukamachi von der der Universität in Hokkaido untersuchte handelt es sich um eine Tiefseeströmung die extrem kaltes Wasser aus den tiefsten, antarktischen Regionen nach Norden transportiert. Was die Forscher besonders überraschte war die Tatsache, dass die, bisher unbekannte Meeresströmung unglaubliche Mengen von Wasser nach Norden bewegt und so einen erheblichen Einfluss auf den Temperaturhaushalt des Meeres hat. Die japanischen Wissenschaftler erforschten die Region zwei Jahre lang mit Sensoren die über einen langen Zeitraum die Strömungsrichtung, Geschwindigkeit und das Wasservolumen aufzeichneten.
Anhand der Messdaten erkannten sie, dass die etwa 50 Kilometer breite Strömung sich östlich des Kerguelen Plateaus befindet und Antarktisches Grundwasser mit einer Temperatur von nur 0,2 Grad Celsius in die bekannten Kreislauf der Meeresströmungen einbringt. Diese extrem schnell fließenden Kaltwassermassen spielen somit eine wesentliche Rolle im maritimen Wärmehaushalt. Mit einem Volumen von durchschnittlich acht Millionen Kubikmetern pro Sekunde transportiert die neue Strömung etwa das Vierfache aller bisher bekannten Tiefseeströmungen. Für Klimaforscher ist die Erkenntnis über diese mächtige Strömung ein wichtiger Beitrag für exaktere Prognosen und genauere Einschätzungen über den Klimawandel.
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