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Milliarden für die Griechen!

Service | 29.04.2010 - 15:26:43

Griechenland am Abgrund. Sie haben Steuern hinterzogen, betrogen, bestochen. Bis das Land nicht mehr zu retten war. Jetzt soll die EU erneut Milliarden zur Sanierung zahlen. Dabei hat Griechenland bereits seit vielen Jahren regelmäßig EU Milliarden für dubiose und teils nutzlose Projekte abgegriffen. Teure Werte verkommen und verrotten, ohne je genutzt worden zu sein. Hier ein paar Beispiele.

 

 

 
Wir waren zwei Wochen in Griechenland unterwegs und dabei in sehr vielen Ansiedlungen, die peinlich sauber und gepflegt sind. Wo freundliche und fleißige Menschen leben. Wir haben uns wohlgefühlt. Es waren ehrliche und besorgte Griechen, die uns auf das "andere" Griechenland aufmerksam machten und uns Beispiele lieferten, die niemand wirklich verstehen kann.
 

11 Millionen verkommen im Schmutz

Pyrgadikia etwa. Das ist ein winziges, abgelegenes Fischerdorf auf der Halbinsel Chalkidike. Es soll kein Pauschalurteil sein, aber hier in Pyrgadikia scheinen Menschen zu leben, die es mit der Ordnung und dem Erhalt von Werten nicht so ganz genau nehmen – um den Eindruck, den wir bekommen haben, übervorsichtig zu formulieren.
 
 
Die asphaltierte Straße entlang dem Ufer, direkt vor relativ neu erbauten, aber dennoch bereits total heruntergekommen wirkenden Häusern, die sich „Hotel“ oder „Taverne“ nennen, sieht aus, als wäre das schwere Erdbeben von Haiti unter ihr hinweggebraust. Es kümmert niemanden.
 
 
Viele noch unverputzte Neubauten sind völlig verdreckt, die Scheiben zerbrochen und im Grunde ist alles bereits wieder renovierungsbedürftig. Vor den Häusern und in den Innenhöfen lagert massenweise Müll.
Gut. Das mag Angelegenheit jedes Einzelnen zu sein. Individuelle Freiheit eben, ob jemand im eigenen Dreck leben möchte, oder es lieber sauber hat.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht mehr, wenn man sieht, wie hier mit Investitionen umgegangen wird, die von der EU bereitgestellt wurden. Also von jedem von uns mit seinen Steuern bezahlt wurden.
 
 
Ein gewaltiger Hafen wurde aufwändig ausgebaut. Eine massive, solide Uferbefestigung geschaffen, sehr schön aus Stein und elegant gepflastert. Breit genug, dass selbst die amerikanische Armee hier eine Parade abhalten könnte. Mit Besuchertribünen, Truppeneinheiten, Panzerfahrzeugen und anderen Schwerfahrzeugen. Palmen wurden angepflanzt und Sitzbänke aufgestellt, Anschlüsse für Strom und Wasser vorbereitet. Schwimmstege, mehrere hundert Meter lang, bilden eine Anlage mit zwei riesig großen Becken. Eines gedacht für die Fischerboote, das zweite als Marina, um den Tourismus als Wirtschaftskraft anzuschieben.
 
 
Gekostet hat das Ganze vor einigen Jahren, wie uns versichert wurde, elf Millionen Euro. Jetzt ist es vielleicht noch ein paar Hunderttausend wert. Die schweren Eisenketten als Verbindungen zwischen den Schwimmstegen sind entweder durchgerostet oder sie wurden absichtlich von Fischern durchtrennt, damit man von einem Steg nicht zum anderen und dadurch auch gar nicht erst an Land gelangen kann. Weil Urlauberyachten ja vermutlich doch nur Arbeit bedeuten und somit stören würden. Fischer haben zudem im Wildwuchs Mooringleinen und Ketten kreuz und quer durch die Becken gespannt. Die Schwimmstege selbst sind halb versunken.
 

Ein Kühlhaus verfällt

In einem anderen Hafen, und zwar in Ayos Nikolaos, hat die EU vor Jahren ein perfektes Kühlhaus hingestellt. Gedacht für die heimischen Fischer, damit sie ihren Fang entsprechend lagern können. Das Kühlhaus, komplett mit solidem Gebäude und leistungsstarken Generatoren, wurde dem Staat Griechenland übergeben. Der wiederum übertrug es der Kommune, wo jetzt ein kleiner Beamter das Ding verwaltet. Besser gesagt verwalten sollte. Weil sinnvolles Verwalten einer derartigen Einrichtung aber Arbeit bedeutet, lässt er es lieber gleich bleiben. Das Kühlhaus war noch keine einzige Minute in Betrieb. Generatoren, Motoren, Leitungen sind wie am Tag der Lieferung vor etlichen Jahren dick in Plastik verpackt. Die wertvolle Anlage wird wohl auch nie in Betrieb gehen: Alle Maschinenteile sind unter dem durchsichtigen Plastik bereits so verrostet und verkommen, dass man sie nur noch wegwerfen kann.

 
 
Das Problem liegt aber nur zum Teil an den Griechen. Die hochbezahlten EU-Herren aus Brüssel, die mit unseren Geldern spendabel umgehen, hätten die verdammte Pflicht, objektiv überwachen zu lassen, was aus den Investitionen wird. Es gibt zwar Kontrolleure der EU in Griechenland. Aber wen erstaunt es zu hören, dass es Griechen sind, die Griechen überwachen.
 
 
Wollen Sie zum Abschluss noch wissen, warum tolle Autobahnen, zum Beispiel die von Thessaloniki nach Athen, vierspurig kilometerweit durch das Land führen – und dann abrupt enden? Ganz einfach: Die EU hat vor Baubeginn 50 Prozent der Gesamtkosten überwiesen und nach Fertigstellung der Hälfte des Gesamtprojektes die zweiten 50 Prozent bezahlt. Die mögen zwar dem einen oder anderen Griechen geholfen haben, zum Weiterbau der Autobahn jedenfalls wurden sie nicht verwendet.
 

 


 

Seiten (1): 1

Name Text
skippy

Typisch

Was man sich nicht selbst erarbeitet schätzt man eben nicht.

Schade ums schöne Kühlhaus - warum sich die Fischer nicht selbst daran bedienen versteh ich jetz allerdings nicht.

Kommentar melden | 29.04.2010 - 16:39:30

Pinta eMail Homepage

schade um jeden cent den sie bekommen!

eine finanzielle hilfe würde dem spruch gleich kommen:
wasser ins meer zu schütten!!

Kommentar melden | 02.05.2010 - 22:50:03

HOOKIPA Homepage

Da kenne ich noch einige Beispiele:

Marina Pylos
Marina Zakynthos
Marina Lesbos / Myrtilli

Sind alle fertig, aber keine Betreiber. Die Häfen werden wenigsten von einheimischen Fischern benutzt (Pylos), ausländische Interessenten erhalten keine Auskünfte, da der zuständige Beamte in Pension gegangen ist und noch kein Nachfolger ernannt wurde !

Aber mit EU Hilfe wird sich jetzt ja alles ändern

Grüße HOOKIPA

Kommentar melden | 03.05.2010 - 10:22:19

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