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Todesdrama auf den Seychellen: Der Überlebende erzählt

Kärntner Segler hatte die Rettungskette in Gang gesetzt | People | 29.06.2017 - 13:56:38

Aubrey Jacqueline (33) überlebte nach dem Schiffbruch 16 Stunden bei zwei Meter hohen Wellen im Wasser vor den Seychellen. Und er löste ein Versprechen ein, das er seiner sterbenden Freundin gegeben hatte: Deren 6jährigen Sohn Rio zu retten.

Wie OCEAN7 exklusiv berichtete, hatte der Kärntner Segler Michael Huss die Rettungskette in Gang gesetzt. Doch es dauerte 16 Stunden, bis ein Helikopter der Australischen Marine zwei Überlebende im Wasser treibend entdeckte und bergen konnte.

Aubrey Jacqueline, der viele Jahre als Seemann auf See gearbeitet hat, berichtet der Seychellen News Agency: „Ich hatte noch nie einen Unfall auf See auf. Ich arbeite auf unterschiedlichen Booten, seit ich 18 bin. Ich habe eine Seefahrtsschule und auch verschiedene Kurse besucht, von Feuerbekämpfung bis zur Ersten Hilfe. Das hat mir geholfen zu überleben.“

Mit Freunden und seiner Familie hatte Jacqueline das Marienfest auf der Insel La Digue besucht. Auf der Rückfahrt mit dem nur 16 Fuß kleinen Fischerboot aus Gfk passierte es auf halbem Weg zwischen La Digue und Praslin im Ros Kannal. „Wir wurden von einer hohen Welle getroffen. Dadurch verlor Cynthia Cesar, die Freundin des Skippers Teddy Stravens, den Halt und stürzte in das Wasser. Der Skipper stoppte sofort auf und wollte in das Wasser springen. Aber eine weitere Welle traf das Boot und brachte es zum Kentern. Teddy gelang es noch, seine Freundin zu dem gekenterten Boot zu bringen, dann schwamm er los, um Hilfe zu organisieren. Doch Cynthia hatte nicht mehr die Kraft, sich festzuhalten und sie trieb ab. Ich konnte nichts tun. In der Ferne hörten wir die Musik von dem Marienfest.“

 

Jacqueline erinnert sich an die schrecklichsten Momente: „Wir konnten Inseln erkennen, aber wegen der starken Strömung war es unmöglich dort hin zu schwimmen. Aber es gelang mir mit meinem Taschenmesser, einen Rettungsring und zwei Bojen vom gekenterten Boot loszuschneiden. Das hat uns das Leben gerettet. Inzwischen war offenbar eine Rettungsaktion angelaufen, denn wir hörten ein Flugzeug und sahen Scheinwerfer, aber sie drehten ab und suchten wo anders nach uns.“

Dann geschah das Unfassbare. Jacqueline erzählt: Meine Freundin Helena sagte plötzlich: ,Ich bin zu schwach um mich weiter festzuhalen, aber ich liebe dich. Rette meinen Sohn.' Dann versank sie in den Fluten. Wenig später sank das gekenterte Boot, an das ich mich mit dem Kleinen geklammert hatte. Jetzt mussten wir allein in dem aufgewühlten Meer überleben – an die Bojen und den Rettungsring geklammert.“

Schließlich wurden die beiden Überlebenden von einer Hubschrauberbesatzung gesichtet, geborgen und in das Krankenhaus geflogen. Sie hätten ohne das entschlossene Einleiten der Rettungskette durch den Kärntner Segler Michael Huss nicht überlebt.

Jacques mit seiner Mutter: "Wir danken dem Skipper aus Österreich und allen anderen, die zur Rettung beitragen haben."

Infos und Fotos: Seychelles News Agency


 

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