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Die Tücken der elektronischen Navigation – Leserbrief

Service | 05.05.2017 - 12:18:28

ocean7-Leser Jürgen Praprotnik hat der Redaktion einen Leserbrief zur in Ausgabe 3/2017 erschienenen Kolumne "Die Tücken der elektronischen Navigation" von Gottfried Titzl Rieser zukommen lassen, den wir hier (gekürzt auf das Wesentliche) gerne veröffentlichen:


Die elektronische Navigation ist NUR als Unterstützung der herkömmlichen Papierkartennavigation auf den von Herrn Rieser angesprochenen Freizeityachten vorgesehen und als solche gestattet.
Das ist keine Erfindung oder Einzelmeinung von mir, sondern Tatsache. Drehen Sie bitte jedes im Handel für Freizeityachten erhältliche GPS Plottergerät auf und sie werden folgendes feststellen - weil sie es sehen werden:
Ohne dass Sie die Warnings oder Informationen oder Warnungen ( je nachdem welche Sprache am Gerät grundsätzlich eingestellt ist ) per Knopfdruck bestätigen, werden Sie niemals eine elektronische Seekarte auf dem Display sehen können.
DENN - in den Warnungen steht, dass sie diese Informationen des Plottergerätes NICHT für die Navigation im Sinne der Seemannschaft verwenden dürfen. Die Informationen und Daten für die Navigation auf See lt. Seemannschaft sind amtlichen Papierkarten zu entnehmen., welche in der erforderlichen Anzahl und Maßstab mitzuführen sind.
Auf einer ganzen Seite schreibt Herr Rieser sicher vieles richtiges - nur das wichtigste übersieht er: NIRGENDWO steht, dass Navigation auf See GRUNDSÄTZLICH auf amtlichen Seeklarten zu erfolgen hat und elektronische Geräte ausschließlich der Zusatzinformation dienen dürfen. Und das Nichthinweisen auf dieses Basic der Seefahrt  finde ich sehr gefährlich.

Herzlichst, ihr aufmerksamer und kritischer, um Sicherheit auf See bemühter Leser,

Jürgen Praprotnik
Inhaber der Seefahrtschule Austrian Skippers und Präsident des Yachtclub NorthUp


 

Seiten (1): 1

Name Text
Christian Zimmer eMail

Servus Gottfried, Servus Christian

danke für Deinen guten Artikel betr. elektr. Navigation, mir haben noch folgende
Feststellungen gefehlt :
1. ist lt. EU Richtlinien die Arbeit mit der Seekarte noch immer zwingend ( letztl. auch als Beweis,
den die el. Nav. nicht liefern kann )
2. Ist das einseitige Verlassen auf die el. Navigation gerade im Fall einer Havarie grob fahrlässig
= damit kein Versicherungsschutz.
3. Das trifft auch auf die Warnung des Rudergängers zu.

Kommentar melden | 05.05.2017 - 12:21:24

Gottfried Rieser eMail

Natürlich hat Jürgen Praprotnik recht: Es muss mit der Seekarte navigiert werden - auch in bekannten Gewässer und wenn man "auf Sicht" unterwegs ist. Das spannende an meiner Geschichte ist ist ja die Tatsache, dass der Skipper die Warnungen am Plotter sehr wohl registriert und dementsprechend auch weggedrückt hat - sonst wäre er gar nicht zum Setzen der Waypoints gekommen.

Kommentar melden | 05.05.2017 - 15:04:02

Horst Kainz eMail Homepage

Navigationshilfen

Liebe Segelfreunde!
Ich schätze und verwende Plotter, Radar & Co selber sehr, da man nicht ständig koppeln muss, wie das früher der Fall war, und man speziell einhand und mit Autopilot mehr Spielraum hat.
Trotzdem, oder gerade deshalb ist mir Wegpunktnavigation fremd, da ich
a) nicht dauernd am Plotter herumtaddeln will
b) nicht einen der wesentlichen (und auch schönsten) Bestandteile der Navigation und Seemannschaft an einen Computer delegieren möchte und
c) ich sicher nicht über einen Keks drüberfahren will, der auf Grund eines detailarmen Darstellungsbereiches bei einem längeren Schlag nicht sichtbar ist. (eine der häufigsten Havarieursachen)
d) wie Ihr alle richtig erkennt, Seekarten nötig, und alles andere eben ...Hilfen" sind
Das wird, wie so vieles, gerne als "old school" bezeichnet, was einer subtilen Herabwürdigung unserer Auffassung von Seemannschaft entspricht, die von einer immer oberflächlicher werdenden Gesellschaft gerne strapaziert wird, um deren eigene Defizite zu überspielen.
Es gibt ja inzwischen auch enorm viele Segler, die AIS als Ersatz für ein zu teures "old school"-Radar einsetzen und sich wundern, dass nicht jedes Fahrzeug damit ausgerüstet ist, und die verfügbaren Informationen für den Sportbootbetrieb teilweise stark zeitversetzt erscheinen.
Die Havarien auf Grund bedingungslosen Vertrauens in Verfügbarkeit und trügerischer elektronischer Sicherheit bei gleichzeitiger Unkenntnis deren Funktionsweise, wird in den nächsten Jahren eher zu- als abnehmen.

Kommentar melden | 08.05.2017 - 12:48:55

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